EU-LIFE Schreiadler
Das Schreiadler-Projekt
Das Schreiadler-Projekt lief von 2011 bis 2019 und ist erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, die Lebensräume seltener Vogelarten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zu verbessern. Eine Zusammenfassung der Abschlussveranstaltung vom 8.Mai 2019 finden Sie hier.
Worum ging es im Projekt?
Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin leitete ein Projekt im EU-Förderprogramm LIFE. Der vollständige Projekttitel lautete: „Verbesserung der Brut- und Nahrungslebensräume für Schreiadler, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger im Vogelschutzgebiet Schorfheide-Chorin“.
Im Mittelpunkt stand der Schutz von drei stark gefährdeten Vogelarten:
Schreiadler
Wachtelkönig
Seggenrohrsänger
Der Schreiadler spielte dabei eine besondere Rolle. Er stellt sehr hohe Ansprüche an seinen Lebensraum und reagiert empfindlich auf Störungen.
Warum brauchten die Vögel Hilfe?
Viele Wiesen und Moore wurden in den vergangenen Jahrzehnten entwässert oder intensiv genutzt. Dadurch gingen wichtige Brut- und Nahrungsflächen verloren. Der Schreiadler findet heute immer seltener geeignete Reviere. Auch im Vogelschutzgebiet Schorfheide-Chorin blieben zuletzt viele frühere Brutplätze unbesetzt.
Welche Maßnahmen setzte das Projekt um?
Das Projektteam verbesserte vor allem den Wasserhaushalt der Landschaft. Ein hoher Grundwasserstand ist für alle drei Vogelarten wichtig.
Dazu gehörten unter anderem:
Wiedervernässung trockener Moore
Stabilisierung des Wasserstands auf Feuchtwiesen
Schutz ruhiger Waldgebiete für Brutplätze
Anpassung der Waldnutzung an die Bedürfnisse der Arten
So entstanden wieder geeignete Brut- und Nahrungsräume.
Schwerpunktgebiet Sernitzniederung
Ein zentrales Projektgebiet war die Sernitzniederung bei Greiffenberg. Das Gebiet umfasst rund 800 Hektar Moor- und Feuchtflächen. Viele Flächen waren stark entwässert und kaum noch landwirtschaftlich nutzbar. Das Projekt setzte hier auf:
Wiederherstellung nasser Moorflächen
Förderung einer schonenden Nutzung auf Feuchtwiesen
Entwicklung artenreicher Pflanzenbestände
So konnte sich die Landschaft Schritt für Schritt erholen.
Zusammenarbeit und Unterstützung
Mehrere Organisationen unterstützten das Projekt fachlich und finanziell, darunter:
die Michael-Succow-Stiftung
die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
der WWF Deutschland
Diese Zusammenarbeit trug wesentlich zum Erfolg des Projekts bei.
Flächenankauf und Nutzung
Das Projekt stellte auch Mittel für den Kauf von Flächen bereit. Insgesamt konnten über 400 Hektar gesichert werden.
Diese Flächen werden heute:
entweder nicht mehr wirtschaftlich genutzt
oder besonders schonend bewirtschaftet
So bleiben sie langfristig als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten.
Was hat das Projekt erreicht?
Das Schreiadler-Projekt verbesserte nicht nur die Lebensbedingungen bedrohter Vogelarten. Es stärkte auch die Region insgesamt. Die Landschaft wurde wieder naturnäher, artenreicher und attraktiver – für Tiere, für die Menschen vor Ort und für Besucherinnen und Besucher.
