UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Buchenwald Grumsin gehört zu den größten zusammenhängenden Buchenwäldern im Tiefland weltweit. Er liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Der Wald entwickelt sich seit vielen Jahren ohne Nutzung wieder zu einem naturnahen Urwald.

Ein Wald aus Wasser, Hügeln und alten Bäumen

Im Grumsin treffen Wald und Wasser auf engem Raum zusammen. Moore, kleine Gewässer und Seen liegen eingebettet in alte Buchenwälder. Diese Vielfalt bietet vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die Landschaft entstand am Ende der letzten Eiszeit. Gletscher formten Hügel und Senken. In den Senken sammelte sich später Wasser. So entstanden Seen und Moore.

Alte Buchenwälder

Im Grumsin wachsen vor allem alte Buchen auf eiszeitlichen Sand- und Lehmböden. Fachleute sprechen hier von einem Flattergras-Buchenwald. Das ist ein natürlicher Waldtyp der Region mit besonders alten und strukturreichen Beständen.

Schutzgebiet mit klaren Regeln

Der Buchenwald Grumsin liegt vollständig in einer Kernzone des Biosphärenreservats. Eine Kernzone ist ein Bereich, in dem sich die Natur ohne menschliche Nutzung entwickeln soll.

  • Betreten ist nicht erlaubt

  • Nutzung findet nicht statt

  • Der Schutz der Natur hat Vorrang

So können sich Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln. Dazu zählen auch seltene Arten wie Kranich, Seeadler und Schwarzstorch.

Natur erleben – mit Rücksicht

Wer den Buchenwald Grumsin kennenlernen möchte, kann an geführten Exkursionen teilnehmen. Diese Führungen  ermöglichen Einblicke, ohne die empfindliche Natur zu stören. 

Für Spaziergänge ohne Führung gibt es vier ausgeschilderte Rundwege  um den Buchenwald herum. Ein Buchenblatt markiert diese Wege.

 

Seen im Grumsin

Im Grumsin gibt es fünf Seen. Sie erhalten wenig Wasser aus dem Grundwasser und werden vor allem durch Regen gespeist. Deshalb sind sie kalkarm. Das ist in Brandenburg eher selten.

Diese besonderen Bedingungen ermöglichen das Vorkommen seltener Arten:

  • Im Moossee wächst ein sogenanntes Schwingmoor. Dabei schwimmen dicke Moospolster auf dem Wasser.

  • Dort lebt auch der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Sie gewinnt Nährstoffe aus kleinen Insekten, weil der Boden sehr nährstoffarm ist.

Einige frühere Eingriffe, wie Entwässerungsgräben, wurden wieder rückgängig gemacht. So können sich die Seen heute wieder natürlicher entwickeln.

Moore im Grumsin

Viele Senken im Grumsin sind mit Mooren gefüllt. Moore sind sehr nasse Lebensräume mit dicken Torfschichten. Sie speichern Wasser und sind wichtig für das Klima.

Im Grumsin finden sich seltene Moorarten wie:

  • Wollgras

  • Moosbeere

  • Sonnentau

Einige Moore tragen kleine Birken oder Kiefern. Dann entstehen sogenannte Moorwälder. Viele Moore im Grumsin sind noch gut erhalten.

Tiere und Pflanzen

Der Buchenwald Grumsin bietet Lebensraum für viele spezialisierte Arten. Manche brauchen feuchte Böden, andere altes Totholz.

Besonders wichtig ist der Grumsin für große und störungsempfindliche Vögel:

  • Seeadler

  • Kranich

Sie finden hier Ruhe, Nahrung und geeignete Brutplätze.