Wanderwege im Buchenwald Grumsin

 

Das Weltnaturerbe-Teilgebiet Buchenwald Grumsin* lässt sich eindrucksvoll bei einer Wanderung erleben. Dafür sind die vier Buchenblatt-Rundwanderwege, ausgehend von Altkünkendorf, Groß-Ziethen, Luisenfelde und Zuchenberg ausgewiesen. Eine genaue Beschreibung der Wege befindet sich unten auf dieser Seite.

Da es sich um ein geschütztes Gebiet handelt werden Besucher gebeten, zum Schutz von Flora und Fauna nur die ausgeschilderten Wanderwege zu nutzen. In dem Gebiet um das Weltnaturerbe befinden sich Privatwälder, dort werden auch Bäume zur Holzproduktion genutzt.

Einen umfassenden Einblick mit wissenswerten Informationen zum Buchenwald Grumsin erhalten Interessierte bei den Führungen der Natur- und LandschaftsführerInnen und der Naturwacht. Informationen zu den Führungen und zur Buchung sind auf der Seite Führungen im Biosphärenreservat und Weltnaturerbe zu finden.

Bitte beachten Sie: Die Wege sind aktuell nicht barrierefrei und daher leider nicht für Personen mit Einschränkungen bzw. zum Befahren geeignet.

 

*Der vollständige Titel lautet: UNESCO-Weltnaturerbe Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas 

Im Weltnaturerbe-Teilgebiet Buchenwald Grumsin

Sehenswertes auf den Buchenblatt-Wanderwegen

Sehenswertes auf den Buchenblatt-Wanderwegen

Wanderung von Norden aus Richtung Altkünkendorf über Westen nach Süden und über Osten zurück

1. Große Wiese Altkünkendorf: Wir lassen den Blick über die ausgedehnte ehemalige Wiese schweifen, die inzwischen ein Gewässer ist – Wasserrückhaltung hat den ursprünglichen See wieder entstehen lassen.

2. Im Bauernwald: Die Bauern nutzten ihren Wald oft nur gelegentlich und ließen wachsen, was da wollte. Auch krumme und mehrstämmige Kiefern erhielten ihr Lebensrecht und beeindrucken heute mit skurrilen Formen.

3. Pflasterstraße: Jeder Stein wurde per Hand verlegt, aufgelesen im umgebenden Wald. Die Eiszeit hat sie hergebracht und Menschen haben die Steine über Jahrhunderte als kostenloses Baumaterial genutzt.

4. Erlenbruch: Hier gibt es den Beweis für die Beschreibung des Grumsin, in ihm seien Wald und Wasser eng verwoben. Im Innern des Bruchs hat sich ein dicker Teppich aus Wollgras und Torfmoos entwickelt.

5. Weißmoos: Westlich vom Pflasterweg geht es hinunter zu einem viel tiefer liegenden Moor - ebenfalls ein Erlenbruch. Der steile Hang trägt reichlich Weißmoos, ein Zeichen für geringen Nährstoffanteil, der nur ganz bescheidenen Pflanzen ein Bleiben erlaubt.

6. Buchenjugend: dicht an dicht stehen junge Bäume. Sie nutzten die Lücke im Blätterdach, die entstand, als ein alter Baum stürzte. Wer die besten Anlagen mitbringt, wird als Erster oben ankommen und die Lücke wieder schließen.

6a. Treffpunkt Weltnaturerbe: ein Kunstort lädt zum Verweilen und Nachdenken ein. Er verweist auf das Einssein des Menschen mit der Natur und auf die Zugehörigkeit des Grumsin zum europäischen Weltnaturerbe der Rotbuchenwälder.

7. Der Große Schwarze See: Ursprünglich ohne Abfluss, hat der Mensch ihn mit einem Graben versehen und den Wasserstand gesenkt. Trotzdem hat er seinen unberührten Charakter bewahrt, buchtenreich und mit dichtem Pflanzenwuchs.

8. Hallenwald: Riesige Buchenstämme stehen in weitem Abstand. Die hohen glatten Stämme mit den weit oben ansetzenden Ästen waren das architektonische Vorbild für die Baukunst der Gotik. Aber dieser Zustand ist ein Kulturprodukt, der künftige Naturwald des Weltnaturerbes wird anders aussehen.

9. Blicke ins Umland: Sanft neigt und hebt sich der Boden und erzählt noch vom enormen Druck der Gletscher, die darüber glitten und ihn formten. Kraniche haben hier Brutplatz und Nahrungsort, und im Herbst kommen die Zugvögel des Nordens hinzu.

10. Heckenstreifen: Eine ausgeräumte und intensiv genutzte Agrarlandschaft liegt längs des Weges. Der allerdings schützt sich mit wilden und bunt gemischten Hecken. Alte Weiden, Holundern und Weißdorn bietet Schutz und Nahrung für unzählige Kleintiere.

11. Dorf Grumsin: am Eingang in den Wald, mit der verlassenen Försterei am Wegrand, liegt die Ortschaft Grumsin. Als Zaunsetzerstelle wurde sie im 16. Jahrhundert erbaut um einen Wildzaun instand zu halten – das Wild sollte bei den Askaniern bleiben und nicht zu den Pommernfürsten auswechseln. Heute wohnen kaum 20 Menschen im Örtchen. 

12. Bullenwiese. Heute ein kleines Gewässer mit verschilften Rändern und großen Seggen, war sie tatsächlich einst Weide, nachdem das Wasser abgeleitet wurde. Inzwischen sind die ursprünglichen Bewohner, wie Schellenten und Rotbachunken zurückgekehrt.

13. Der Kleine Grumsinsee. Nicht nur Fischotter, Stockenten und Haubentaucher bewohnen ihn, er beherbergt auch Fische. Seine mit Schilfsäumen versehenen Ufer sind Niststätte für zahlreiche Kleinvögel wie die Schilfrohrsänger.

14. Fichte vs. Buche: Nördlich des Weges liegt ein Moor und direkt an den Rand gepflanzt stehen Fichten, die fehl am Platze sind. Fichten gehören nicht in unser Tiefland, aber da sie schnell wachsen und Holz liefern, wurden sie auch in den Buchenwald gebracht. Heute sind neben den Buchen auch Hainbuche, Linden und Ahorne zu sehen.

15. Moor im Grumsin: Als Erlenbruch ausgeprägt, hat der veränderte, höhere Wasserstand die alten Bäume absterben lassen. Viel Licht fällt aufs Wasser und lässt Calla oder Wasserschwertlilie prächtig gedeihen. Großlibellen lieben das warme, ruhige Wasser und finden hier gute Bedingungen zur Fortpflanzung vor.

16. Blick zum Buckowsee: Das weiche, kalkarme Wasser schafft Bedingungen, die für Brandenburgische Seen eher selten sind. Der See gehört seit 1990 zu den Naturentwicklungsgebieten im Biosphärenreservat und ist menschlicher Nutzung entzogen.

17. Hohlweg am Waldesrand: Am Eingang in den Wald ist ein alter Wirtschaftsweg durch Bauernwagen tief ins Gelände gedrückt. Davor steht eine Rosskastanie, ein Hinweis auf die Pflanzung durch den Menschen. Lange schon nutzt niemand mehr die alte Route, doch immer noch wird sie in der Landschaft bewahrt.

18. Der südliche Brackensee: Er ist je nach Jahr und Jahreszeit größer oder kleiner, da seine Ufer flach sind und das Wasser mal höher oder niedriger steht. Das Seewasser wirkt braun – hier spülen Oberflächenwässer die Humusbestandteile der randlichen Moore ein.

19. Luisenfelde: Der Ort ist winzig, aber dort wohnen die Milchmädels. Diese Mädels sind vierbeinig und gehören der Rasse der Milchschafe an. Ihre tägliche Milchproduktion wandelt eine kleine Manufaktur in köstliche Produkte um: Familie Wiebke/Hübner verkauft gern, wenn jemand an ihrer Tür klingelt (besser vorher anrufen: 033364/70294).

20. Die Adlerquelle: Wer zu Ostern noch im Dunkeln aufsteht und dann wortlos mit einem Tonkrug bis zur Adlerquelle wandert, der kann dort vom zauberkräftigen Wasser der Quelle schöpfen. Er muss es auch noch ohne Kommentar wieder nach Hause bringen. Dann kann, so die Sage, ein Trunk des frischen Wassers Schönheit, Gesundheit und langes Leben bescheren.

21. Der Wolletzsee: Er gehört zu den in der Eiszeit durch Gletschertätigkeit entstandenen Rinnenseen. Gut 330 ha Oberfläche hat er und der Länge nach durchströmt ihn das Flüsschen Welse. Ein 16,5 km langer Wanderweg umrundet den See.

Die Buchenblatt-Wanderwege rund um das Weltnaturerbe

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