Klima, Böden, Geomophologie

Klima im Biosphärenreservat

Das Biosphärenreservat liegt im Übergangsbereich zwischen atlantisch geprägtem Klima im Westen und kontinentalen Klima im Osten. Dadurch unterscheiden sich Niederschläge und Temperaturen im Gebiet.

  • Im Westen fallen im langjährigen Mittel etwa 580 Millimeter Niederschlag pro Jahr.

  • Im Osten sind es im Durchschnitt nur etwa 480 Millimeter.

  • Die Jahresmitteltemperatur liegt im Westen bei etwa 8,6 °C, im Osten bei rund 8,3 °C.

     

Untersuchungen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zeigen:
Zwischen 1951 und 2008 hat sich die Vegetationsperiode – also die Zeit, in der Pflanzen wachsen – um 13 bis 19 Tage verlängert. Ursachen sind ein früherer Frühlingsbeginn und ein längerer Herbst.

Diese Entwicklung führt dazu, dass Pflanzen länger Wasser benötigen, während die verfügbaren Wassermengen im Gebiet begrenzt sind. Dadurch können Wasserdefizite häufiger auftreten.

Landschaft und Entstehung

Das Biosphärenreservat zeigt in seltener Vielfalt die typische Landschaft einer Jungmoränenregion.
Diese Landschaftsform entstand am Ende der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit, vor etwa 12.000 bis 15.000 Jahren, als mächtige Eismassen die Region prägten.

 

Die Landschaft ist vielfältig. Typisch sind der Wechsel von:

  • Hügeligen Endmoränenzügen

  • Welligen Grundmoränenplatten (flachere Platten und Hügel)

  • Sanfte Täler und steilere Hänge

  • Sanderflächen (von Schmelzwasser abgelagerte Sande)

  • Moore und Feuchtgebiete

  • Seen, Feldsölle und kleine Stillgewässer

 

Die unterschiedlichen Ausgangsgesteine haben viele verschiedene Bodenarten entstehen lassen, zum Beispiel:

  • Braunerden

  • kalkreiche Böden wie Rendzinen

  • Geschiebemergel

  • Sande und Lehme

  • Podsole (nährstoffarme Böden auf sehr sandigen Flächen)

  • Gleye (Böden mit hohem Grundwasserstand)

  • Niedermoortorfe in den Tälern

 

Obwohl das Gebiet nur eine maximale Höhe von 139 Metern über Normalnull erreicht, gibt es im Bereich der Endmoränen deutliche Höhenunterschiede mit Hangneigungen von 7 bis 15 Prozent.

Seen, Feuchtgebiete und Gewässernetz

Das Biosphärenreservat ist sehr reich an Gewässern. Dazu gehören:

  • über 240 Seen, die größer als 1 Hektar sind

  • zahlreiche kleinere Gewässer wie Feldsölle, Kleinseen und Kesselmoore

  • viele Feuchtgebiete, die in die Landschaft eingestreut sind

     

Fließgewässer sind dagegen selten. Eine Besonderheit ist die Wasserscheide zwischen Ostsee und Nordsee, die quer durch das Gebiet verläuft.

  • Das Döllnfließ entwässert über Havel und Elbe in die Nordsee.

  • Die Ucker, Welse und Ragöse entwässern Richtung Ostsee.