Biotoptypen

Überblick

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin besitzt eine große Vielfalt an Lebensräumen. Wälder und Forsten nehmen mit rund 63.800 Hektar etwa die Hälfte der Gesamtfläche ein. Weitere hohe Flächenanteile im Gebiet haben folgende Lebensräume:

  • Ackerland

  • Gras- und Staudenfluren

  • Seen und Kleingewässer

  • Moore und Sümpfe

  • Siedlungsflächen

     

Viele dieser Lebensräume gehören zu europaweit gefährdeten Lebensraumtypen. Deshalb wurden im Gebiet 47 FFH-Gebiete mit rund 49.000 Hektar nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU ausgewiesen.
Von den 38 in Brandenburg vorkommenden FFH-Lebensraumtypen wurden im Biosphärenreservat bereits 32 nachgewiesen.

Wälder

Das Biosphärenreservat besitzt eine große Verantwortung für den Erhalt der Baltischen Buchenwälder. Sie umfassen über 7.000 Hektar und sind ein Alleinstellungsmerkmal des Biosphärenreservates.
Darunter liegt das weltweit größte  noch zusammenhängende Vorkommen dieses Waldtyps mit etwa 2.100 Hektar.

Der Buchenwald Grumsin wurde 2011 von der UNESCO als Teil des Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ anerkannt.

Weitere wertvolle Waldtypen

Für einige Waldlebensräume trägt das Biosphärenreservat ebenso eine besondere Verantwortung, zum Beispiel:

  • Erlenbruchwälder mit Großseggen oder der Leitart Wasserfeder

  • Kiefern- und Birken-Moorwälder, z. B. mit Sumpf-Porst

Seen und Kleingewässer

Das Biosphärenreservat ist das seenreichste in Deutschland mit:

  • 240 Seen über 1 Hektar

  • über 1.000 Kleingewässern wie Feldsöllen, Kleinseen oder Kesselmooren

Typisch sind viele kalkreiche Klarwasserseen, in denen Armleuchteralgen wachsen, sowie natürliche Flachwasserseen mit sehr vielfältiger Ufervegetation.

In der Agrarlandschaft bieten die vielen Kleingewässer zusammen mit Gehölzstreifen und Staudenfluren wichtige Rückzugsräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Moore

Die Landschaft ist durch viele abflusslose Senken geprägt. Dadurch konnten unterschiedliche Moortypen entstehen, z. B.:

  • Verlandungsmoore

  • Versumpfungsmoore

  • Kesselmoore, die europaweit nur kleinräumig verbreitet und daher besonders schützenswert sind

Trotz früherer Entwässerungen sind im Gebiet noch etwa 100 weitgehend intakte Kesselmoore erhalten.

 

Trockenrasen

Im östlichen Teil des Biosphärenreservates finden sich viele kleine Flächen mit:

  • Kalktrockenrasen

  • Sandtrockenrasen

  • Steppenrasen

Sie liegen häufig auf Drumlins, Kuppen oder Hanglagen der Endmoränen.
Seit 1990 wurden viele dieser artenreichen Lebensräume durch gezielte Pflege stabilisiert oder verbessert.

FFH-Managementplanung

Für alle 47 FFH-Gebiete des Biosphärenreservates gibt es Managementpläne.
Sie sollen:

  • den Zustand der Lebensräume dokumentieren

  • Gefährdungen aufzeigen

  • notwendige Maßnahmen beschreiben

  • Prioritäten für den Einsatz von Mitteln festlegen

Erfahren Sie hier mehr über die Natura-2000-Managementplanung!