Pflanzen und Tiere
Flora
Flora Im Biosphärenreservat wurden bisher 1.335 Farn- und Blütenpflanzenarten nachgewiesen. Davon besitzen 427 Arten einen Gefährdungsgrad nach den Roten Listen Brandenburgs bzw. Deutschlands. Nach den Roten Listen Brandenburgs und Deutschlands trägt das Biosphärenreservat für 30 Gefäßpflanzenarten eine besondere überregionale Verantwortung. Darunter befinden sich vier Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie.
Ein Schwerpunkt gefährdeter Arten liegt in den kalk- und sandgeprägten Trocken- und Steppenrasen. Dort kommen über 100 gefährdete Pflanzenarten vor, darunter:
Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis)
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)
Echtes Federgras (Stipa pennata)
Ein weiterer Schwerpunkt sind die oligo- bis mesotrophen Moorlebensräume und die Binnensalzstellen. Hier finden sich unter anderem:
Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii)
Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris)
Kriechender Sellerie (Apium repens)
Herausragende Bedeutung besitzen zudem die oligo- bis mesotroph-alkalischen Seen mit ihren Laichkraut-, Armleuchteralgen- und Nixkraut-Gesellschaften.
Artenreiches Feuchtgrünland ist heute nur noch kleinflächig vorhanden. Einige Feuchtwiesen weisen jedoch weiterhin Bestände von:
Trollblume (Trollius europaeus)
Knabenkräutern (Dactylorhiza majalis, D. incarnata)
Wiesenknöterich (Polygonum bistorta)
Kleinseggenarten (Carex spp.)
In den Wäldern kommen insgesamt weniger gefährdete Pflanzenarten vor. In naturnahen Buchenwäldern finden sich jedoch charakteristische Arten wie:
Langblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia)
Bleiches Waldvöglein (C. damasonium)
Dolden-Winterlieb (Chimaphila umbellata)
Fauna
Die große Vielfalt an Standorten und Lebensräumen führt zu einer artenreichen Tierwelt. Viele Arten sind landes-, bundes- oder europaweit gefährdet.
Von den 36 in Brandenburg vorkommenden FFH-Anhang-II-Arten sind 25 Arten (69 %) im Biosphärenreservat nachgewiesen.
Säugetiere
Von 61 nachgewiesenen Säugetierarten sind insbesondere erwähnenswert:
Fischotter (Lutra lutra) – flächendeckendes Vorkommen
Elbebiber (Castor fiber) – ebenfalls mit mindestens 100 Revieren
Bei den Fledermäusen verfügen alle vier FFH-Anhang-II-Arten über stabile Populationen.
Vögel
Im Evaluierungszeitraum wurden 166 Brutvogelarten nachgewiesen.
Weitere 45 Arten nutzen das Gebiet als Durchzugs-, Rast- oder Überwinterungsgebiet.
Hohe Brutpaardichten bestehen u. a. bei:
Seeadler (Haliaeetus albicilla)
Fischadler (Pandion haliaetus)
Wanderfalke (Falco peregrinus)
Schwarzstorch (Ciconia nigra)
Diese Arten haben zwischen 20 und 60 % zugenommen.
Die Schreiadlerpopulation im Biosphärenreservat ist stark rückläufig (Aquila pomarina) ist stark rückläufig.
In der Agrarlandschaft haben die außergewöhnlich hohen Brutpaarzahlen überregionale Bedeutung:
Grauammer (Emberiza calandra)
Neuntöter (Lanius collurio)
Wachtel (Coturnix coturnix)
Heidelerche (Lullula arborea)
Raubwürger (Lanius excubitor)
Diese Arten profitieren vom gestiegenen Anteil ökologischer Landwirtschaft.
Die Großtrappe (Otis tarda) ist inzwischen im Gebiet ausgestorben.
In den Laubwäldern zeigen hohe Bestände von Mittelspecht, Schwarzspecht und Zwergschnäpper die gute Habitatqualität an.
In Erlenbrüchen und Moorwäldern erreichen Kranich und Waldwasserläufer deutschlandweit höchste Dichten.
Seen und Röhrichte sind Lebensräume für bedeutende Bestände von:
Rohrdommel (Botaurus stellaris)
Flussseeschwalbe (Sterna hirundo)
Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger)
Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus)
Fische und Rundmäuler
Es wurden 34 Fischarten nachgewiesen, hauptsächlich typische Arten nährstoffreicher Seen.
Die FFH-Anhang-II-Arten:
Bitterling (Rhodeus amarus)
Steinbeißer (Cobitis taenia)
Bachneunauge (Lampetra planeri)
kommen nur noch in wenigen naturnahen Fließgewässerabschnitten vor.
Viele Bereiche sind durch Begradigungen und Querbauwerke stark beeinträchtigt.
2010 wurden folgende Gewässer als regionale Vorranggewässer zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit eingestuft:
Döllnfließ
Welse
Finow / Finowkanal
Alte Oder
Oberuckersee
Amphibien und Reptilien
Von 12 Amphibienarten sind besonders hervorzuheben:
Rotbauchunke (Bombina bombina) – über 1000 besetzte Rufgewässer
Kammmolch (Triturus cristatus)
Laubfrosch (Hyla arborea)
Moorfrosch (Rana arvalis)
Unter den 7 Reptilienarten besitzt die Kreuzotter (Vipera berus) große Bedeutung für bestehende und geplante Wiederansiedlungsprojekte in Norddeutschland.
Insekten
Bisher wurden über 2.700 Insektenarten nachgewiesen. Allein in den alten Buchenwäldern wurden 649 holzbewohnende Käferarten festgestellt, darunter 17 Urwaldreliktarten – die höchste bekannte Zahl in Deutschland.
Die FFH-Käferart Körnerbock (Megopis scabricornis) besitzt im Gebiet das letzte bekannte Reliktvorkommen in Nord- und Mitteldeutschland.
Wichtig sind außerdem die stabilen Metapopulationen von:
Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)
Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)
sowie die stark gefährdeten Libellen:
Östliche Moorjungfer (Leucorrhinia albifrons)
Zwerglibelle (Nehalennia speciosa)
