Nachhaltige Dorfentwicklung: Bachelorarbeit untersucht die kommunale Baukultursteuerung im Biosphärenreservat

Wie können Dörfer ihren gewachsenen Charakter bewahren und sich zugleich zukunftsfähig entwickeln? Dieser Frage geht Carolin Gleichmann, Studentin im Studiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), derzeit in ihrer Bachelorarbeit nach.

Die gebürtige Brandenburgerin untersucht, welche Möglichkeiten Gemeinden momentan nutzen, um ihre baukulturelle Entwicklung zu steuern – und wie sich diese in der Praxis bewähren. Die Gemeinden im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin stehen dabei im Fokus, da die Baukultur hier ein wichtiges Schutz- und Entwicklungsziel darstellt. Dabei geht es nicht nur um einzelne Gebäude, sondern auch um regionaltypische Siedlungsstrukturen, Freiräume und Grünflächen. Mit Satzungen, Leitbildern oder Entwicklungskonzepten haben Gemeinden die Möglichkeit, vorhandene baukulturelle Strukturen zu erhalten und notwendige Veränderungen vor Ort aktiv zu gestalten.

„Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, die nachhaltige Entwicklung der Dörfer hier vor Ort weiter voranzubringen. Dabei geht es beim Thema Baukultur für mich nicht nur um Schönheit, sondern um die Balance zwischen Identitätsbewahrung und Zukunftsfähigkeit. Wertschätzung alter Baukunst kann in den heutigen Zeiten einer von vielen Bausteinen für eine positive Entwicklung in unseren Siedlungen sein. Besonders wichtig für meine Arbeit ist mir der Austausch mit den Bauämtern und das Einbeziehen ihrer Erfahrungen aus der Praxis im Umgang mit den unterschiedlichen Steuerungsmitteln. Schlussendlich möchte ich konkrete Empfehlungen für die Gemeinden und das Biosphärenreservat ableiten“, erläutert Carolin Gleichmann ihre Motivation für die Bachelorarbeit.

Aktuelle Veränderungen im Baurecht geben der Untersuchung zusätzliche Relevanz. So ermöglicht es der sogenannte „Bauturbo“, seit Ende 2025 Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen von bauplanungsrechtlichen Vorgaben abzuweichen, um schneller neuen Wohnraum zu schaffen. Umso wichtiger ist die Frage, mit welchen Mitteln Gemeinden ihre bestehende Baukultur bewahren und die nachhaltige Entwicklung ihrer Dörfer auch künftig wirkungsvoll gestalten können.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Meldung vom 03.09.2026