Biotoptypen

Mit 63.824 ha nehmen die Wälder und Forsten etwa die Hälfte der Fläche des Biosphärenreservates ein. Weitere hohe Flächenanteile im Gebiet besitzen die Haupt-Biotoptypen Ackerland, Gras- und Staudenfluren, Seen, Siedlungsflächen sowie Moore und Sümpfe. Innerhalb der Hauptbiotoptypen verfügt das Biosphärenreservat insbesondere bei Wäldern, Seen, Mooren und Trockenrasen über einen großen Flächenanteil europaweit gefährdeter Lebensraumtypen, was zur Ausweisung von 47 FFH-Gebieten mit ca. 49.000 ha nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU führte.

Die zurzeit im Biosphärenreservat laufenden Biotopkartierungen ergaben, dass von den 38 in Brandenburg vorkommenden FFH-Lebensraumtypen bisher 32 im Biosphärenreservat nachgewiesen werden konnten.

Flächenanteile der Haupt-Biotoptypen im Biosphärenreservat                 

Haupt-Biotoptypen

Fläche (ha)

Fläche (%)

Wälder und Forsten

63.824

49

Ackerland

32.524

25

Gras- und Staudenfluren

13.531

10

Standgewässer

8.953

7

Fließgewässer

265

0,5

Moore und Sümpfe

2.889

2

Feldgehölze

1.550

1,5

Grün- und Freiflächen

1.431

1,5

Bebaute Gebiete, Verkehrsanlagen, Sonderflächen

3.423

3

Sonstige Biotope

371

0,5

Summe

129.161

100

 Eine besonders hohe Verantwortung besitzt das Biosphärenreservat für den Erhalt und die Qualitätssicherung von mehr als 7000 ha Baltischer Buchenwälder (Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder); diese sind auch ein Alleinstellungsmerkmal. Darunter befindet sich mit ca. 2100 ha das weltweit größte noch zusammenhängende Vorkommen dieses Waldtyps. Aufgrund dieser herausragenden Stellung wurde die größte Kernzone des Biosphärenreservates 2006 zur Nominierung als Welterbestätte vorgeschlagen. Im Juni 2011 erfolgte die Anerkennung des Buchenwalds Grumsin (590 ha) als Teilgebiet des Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ zusammen mit vier weiteren deutschen Buchenwaldgebieten durch die UNESCO.

Weitere Wald-Lebensraumtypen, für die das Biosphärenreservat aufgrund des Flächenanteils eine deutschlandweite Verantwortung besitzt, sind die Erlenbruchwälder mit Großseggen (Carex spec.) bzw. mit der Leitart Wasserfeder (Hottonia palustris) sowie Kiefern- und Birken-Moorwälder, insbesondere mit der Leitart Sumpf-Porst (Ledum palustre).

Neben den Wäldern wird das Gebiet wesentlich durch eine hohe Dichte an Seen geprägt. Mit 240 Seen von über 1 ha Größe handelt es sich um das seenreichste Biosphärenreservat Deutschlands. Charakteristisch für die glazial geprägte Landschaft mit kalkreichem Grundwasser ist insbesondere die große Zahl mesotroph-alkalischer Klarwasserseen mit Armleuchteralgen (Charophyceae), wie auch die natürlich eutrophen Flachwasserseen mit einem breiten Spektrum verschiedenster Vegetationseinheiten. Die Seen werden durch über 1000 sehr formenreiche Kleingewässer vorrangig in den kuppigen Grund- und Endmoränenlandschaften, ergänzt. In den Ackerbaugebieten sichert die hohe Dichte an Kleingewässern (überwiegend Sölle) in Kombination mit verschiedenen Flurgehölzen und Staudenfluren eine große Strukturvielfalt mit Rückzugsräumen für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten der offenen Agrarlandschaft.

Die durch abflusslose Binneneinzugsgebiete und Senken gekennzeichnete Landschaft begünstigte auch die Entstehung vieler Moore unterschiedlichen Typs. Neben den häufig vorkommenden Verlandungs- und Versumpfungsmooren besitzt das Biosphärenreservat eine besondere Verantwortung für den Erhalt der europaweit nur kleinräumig verbreiteten Kesselmoore. Obwohl viele Moore vor 1990 durch Entwässerung bzw. Nährstoffeinträge geschädigt wurden, existieren noch ca. 100 hydrologisch weitgehend intakte Kesselmoore mit ihrer charakteristischen Flora und Fauna.

Eine überregionale Bedeutung besitzt das Biosphärenreservat auch aufgrund der vielen kleinflächigen Kalk- und Sandtrockenrasen bzw. Steppenrasen auf Kuppen, Drumlins und an Talhängen im Ostteil des Gebietes. Durch gezielte Landschaftspflegemaßnahmen konnten nach 1990 Flächenumfang und die Qualität dieser sehr artenreichen Trockenrasen weitgehend erhalten bzw. in Teilbereichen erweitert und aufgewertet werden.

Zurzeit werden für alle 47 FFH-Gebiete des Biosphärenreservates FFH-Managementpläne erstellt. Mit diesen Plänen sollen für alle Lebensraumtypen Veränderungen des Flächenumfangs und der Qualität gegenüber den 90er Jahren dokumentiert, die wichtigsten Gefährdungen und notwendige Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Habitatqualität flächenscharf dargestellt und Prioritäten für den künftigen gezielten Einsatz von Haushalts- und Projektmitteln gesetzt werden.