„Martin-Luther“-Apfelbaum auf der Streuobstwiese der Blumberger Mühle gepflanzt

Aktiv und unter fachmännischer Anleitung von Andreas Pachali, dem Leiter der Biesenthaler Baumschulen, pflanzten Schülerinnen und Schüler der Ehm-Welk-Schule einen der 95 Apfelbäume der dort speziell für das Luther-Jahr selektierten Sorte. Sie treffen sich regelmäßig auf dem Gelände des NABU-Naturerlebniszentrums Blumberger Mühle, um mit Elfie Laack von der Naturwacht praktischen Naturschutz zu erlernen und auszuüben. Diesmal war es ein ganz besonderer Einsatz: Sie schaufelten, traten die Erde um den Pflanzballen -kostbare terra preta- fest, gossen reichlich Wasser nach, um den Wurzelschluss herzustellen, und befestigten schließlich das Stämmchen mit Kokosfaserseil an den Stützpfählen - dem Wunsch nach reicher Ernte schlossen sich natürlich alle Beteiligten an! Dies waren neben den oben Genannten Dr. Haiko Pieplow, Vertreter des Berliner Innovationskreises und Initiator dieser bedeutungsvollen Handlung, Dr. Aija Torkler, Leiterin der Blumberger Mühle, Herr Frederick Bewer, Bürgermeister der Stadt Angermünde, die NABUOrtsgruppe mit mehreren Mitgliedern sowie etliche weitere Interessierte.

Die Frucht des Martin-Luther-Apfels wird gelb, relativ flach geformt und klein, jedoch saftig und wohlschmeckend sein und soll an eine Münze in Anspielung auf den Ablasshandel erinnern, den Luther vehement anklagte. Gezeichnet wurde vom Innovationskreis die 6. von den 95 Thesen, die besagt, dass der Papst keine Schuld durch Ablasshandel erlassen und somit die Freiheit des Denkens nicht beschneiden kann.

Dr. Pieplow führte auf interessante Weise aus, wie weit die Reformation interpretiert werden kann, wie notwendig innovatives Handeln im Sinne von Kreislaufwirtschaft ist, z.B. hinsichtlich holz- und energiesparenden Steinpapiers, Ressourcen schonender Beleuchtung, Rückführung von möglichst allen Nährstoffen in den natürlichen Kreislauf u.a. durch Komposttoiletten auch in der Stadt.

Im eindrucksvollen Rahmen der Ausstellung „Irrweg Pestizide“, deren Entstehung und Aussagekraft von der Toxikologin und Initiatorin Dr. Anita Schwaier eindringlich vorgestellt wurde, bekam die Veranstaltung frei nach dem Luther zugeschriebenen Vers „….und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so pflanzte ich heute noch ein Apfelbäumchen….“ ein ganz besonderes Gewicht. Das Prinzip Hoffnung in Verbindung mit freiem Denken und zuversichtlichem Handeln kann und muss besonders der heranwachsenden Generation zeigen, dass sie nicht verzweifeln darf angesichts der Schwierigkeiten unserer Zeit, sondern mit Zuversicht verantwortungsvoll leben möge.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Meldung vom 30.11.2017